Der
"Parzival"
entstand vermutlich um 1200-1210. Er gehört zu den am meisten gelesenen Werken
des Mittelalters und ist in mehr als 80 Handschriften überliefert.
Der
Roman spielt zur Zeit des Königs Artus und erzählt die Geschichte der
Tafelritter Gawan und Parzival. Sie beginnt mit dem Geschehen um Parzivals
Vater Gahmuret und seine beiden Ehefrauen, den Königinnen Belakane und
Hertzeloyde. Beide bringen Söhne zur Welt, Feirefiz, den Heiden, und Parzival,
den Christen. Letzterer wächst nach Gahmurets Tod auf Wunsch von Hertzeloyde
fern von jeglichen ritterlichen Einflüssen in der Wildnis auf. Diese behütete
Jugend kann dennoch nicht verhindern, daß in Parzival der Wunsch entsteht,
Ritter zu werden. Der naive Held verläßt seine Mutter, die daraufhin vor Gram
stirbt. Er erreicht nach einigen Abenteuern den Artushof, tötet dort den Roten
Ritter Ither, einen Verwandten, und gewinnt dessen Rüstung. König Gurnemanz bringt
Parzival Können und Tugenden eines Ritters bei. In Belrapeire befreit und
heiratet der junge Held Königin Condwiramur.
Auf
der Suche nach neuen Abenteuern kommt Parzival schließlich zur Gralsburg
Munsalvaesche. Aus höfischer Zurückhaltung jedoch versäumt er es, den kranken
Gralskönig Amfortas mit der Frage nach dessen Wohlbefinden zu erlösen. Er wird
verflucht, aus der Tafelrunde ausgestoßen und verbringt mehrere Jahre mit der
vergeblichen Suche nach der Gralsburg, um sein Versäumnis nachzuholen. Erst
nachdem er beim Einsiedler Trevrizent, dem Bruder seiner Mutter, eine
innerliche Wandlung erfahren hat und sich mit seinem Bruder Feirefiz ausgesöhnt
hat, kann Parzival Amfortas die erlösende Frage stellen und wird zum Gralskönig
berufen.
Parallel zu Parzivals Gralssuche wird die
Geschichte vom Neffen Königs Artus', Gawan, erzählt. Auch er gehört zur
Tafelrunde und muß zahlreiche Abenteuer zur Verteidigung seiner eigenen
ritterlichen Ehre und im Dienste der Minne bestehen. Nachdem er für die
Fürstentochter Obilot gekämpft hat und von deren Vater zum Ritter geschlagen
wurde, beginnt er ein Liebesverhältnis mit Antikonie. Schließlich aber bemüht
er sich um die Gunst der Herzogin Orgeluse, die er nach langem Werben auch
gewinnt.( Universitätsbibliothek Heidelberg)