15 Schülerinnen und Schüler, zwei Länder, eine Woche voller neuer Erfahrungen: Vom 15. – 21. Mai 2026 durften wir an einer Erasmus+ Gruppenmobilität in die Türkei teilnehmen. Im Mittelpunkt standen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Klimaschutz und natürlich der persönliche Austausch mit unseren türkischen Austauschpartnerinnen und -partnern.

Die Reise wurde durch Erasmus+ finanziell gefördert und ermöglichte uns eine Woche, in der Lernen plötzlich ganz anders aussah: im internationalen Team, mit dem iPad in der Hand, mitten in der Natur, an historischen Orten und vor allem gemeinsam mit Jugendlichen aus einem anderen Land.

Vom ersten iPad bis zur eigenen KI-Idee

Für viele von uns war die Woche auch eine Reise in die digitale Welt. Schon vor der Abfahrt wurden wir erstmals mit iPads ausgestattet und machten uns mit Anwendungen wie GoodNotes vertraut. Außerdem lernten wir die Grundlagen der Künstlichen Intelligenz kennen – und vor allem, wie man gute Prompts formuliert und KI sinnvoll für schulische Projekte einsetzen kann.

Vor Ort konnten wir dieses Wissen direkt ausprobieren. Wir beschäftigten uns mit verschiedenen KI-Anwendungen wie Gamma und Firefly, führten Interviews zur Nutzung von KI im Alltag und in der Schule und entwickelten eigene digitale Inhalte.

Dabei wurde uns schnell klar: KI ist nicht nur etwas, das irgendwann in der Zukunft wichtig wird. Sie ist längst Teil unseres Alltags. Wir haben gelernt, dass es darauf ankommt, sie bewusst, kreativ und verantwortungsvoll einzusetzen. KI ist unser Helfer, aber wir sind verantwortlich für unser Produkt!

Gemeinsam lernen heißt auch: miteinander reden

Ein großer Schwerpunkt unserer Woche war die englische Sprache. In internationalen Teams mussten wir uns auf Englisch verständigen, gemeinsam Ideen entwickeln, Ergebnisse erarbeiten und präsentieren. Dabei wurde aus anfänglichem „Hoffentlich klappt mein Englisch“ schnell ganz selbstverständlich Kommunikation. Wir haben uns getraut zu sprechen, Fehler gemacht, gelacht und trotzdem verstanden, was der andere sagen wollte.

Besonders spannend waren die Vergleiche zwischen dem deutschen und türkischen Schulalltag. Gemeinsam mit unseren Austauschpartnerinnen und -partnern recherchierten wir Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Schulsysteme, beschäftigten uns mit deutschen und türkischen Stereotypen und überprüften diese anschließend anhand unserer eigenen Erfahrungen.

Mit dem iPad durch Natur und Geschichte

Auch außerhalb des Klassenzimmers gab es jede Menge zu entdecken. Bei einer gemeinsamen Wanderung durch den Nationalpark erkundeten wir die Landschaft digital mit GPS und Google Maps. Bei einem Familienbrunch lernten wir außerdem die türkische Gastfreundschaft und familiäre Traditionen hautnah kennen.

Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch von Ephesus. Mithilfe von KI recherchierten wir zur Geschichte der antiken Stadt und nutzten digitale Audioguides bei der Besichtigung. So traf modernste Technologie auf jahrtausendealte Geschichte.

Auch die Teilnahme an der Nationalfeiertagszeremonie an unserer Partnerschule war ein besonderes Erlebnis. Mit unseren iPads hielten wir die Feier fest.

KI trifft Klimaschutz

Neben Kultur und Digitalisierung spielte auch der Klimawandel eine wichtige Rolle. Wir untersuchten gemeinsam, welche Auswirkungen der Klimawandel auf unsere jeweiligen Heimatregionen hat und wie KI dabei helfen kann, Informationen aufzubereiten und anschaulich zu visualisieren.

Besonders praktisch wurde es beim Thema Wasserverbrauch, Fast Fashion und Recycling. Wir recherchierten, wie viel Wasser beispielsweise für Kleidung benötigt wird, präsentierten unsere Ergebnisse und setzten anschließend selbst ein Zeichen für Nachhaltigkeit. Aus alten T-Shirts entstanden neue kreative Kleidungsstücke und aus Dosenmüll wurden Pins gestaltet. Dabei wurde deutlich: Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert sein – manchmal beginnt sie einfach damit, Dinge nicht sofort wegzuwerfen.

Schule war wichtig – aber längst nicht alles

Was diese Erasmus+-Woche für uns besonders gemacht hat, war jedoch nicht nur das offizielle Programm. Unsere Gastfamilien empfingen uns mit einer unglaublichen Herzlichkeit! Wir wurden regelrecht verwöhnt und konnten zahlreiche türkische Spezialitäten kennenlernen. Es wurde gemeinsam gegessen, gelacht und gefeiert – und manchmal hatten wir das Gefühl, dass unsere Gastfamilien uns am liebsten rund um die Uhr mit Essen versorgt hätten. Bei dem leckeren Essen war das allerdings kein Problem!

Auch nach dem offiziellen Schulprogramm ging der Austausch weiter. Einige von uns verbrachten ihre Freizeit gemeinsam im Hamam, andere durften sogar eine türkische Hochzeit miterleben. Genau diese Erlebnisse haben die Reise für uns zu einer echten kulturellen Erfahrung gemacht. Wir waren nicht einfach Besucher, sondern konnten den Alltag unserer Austauschpartnerinnen und -partner und ihrer Familien kennenlernen.

Die Gastfreundschaft war dabei wirklich außergewöhnlich. Zum Abschluss wurden wir sogar mit persönlichen Gastgeschenken überrascht – eine Geste, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. (Bei den ein oder anderen war außer Gastgeschenken gar nichts anders im Koffer J…)

Eine Woche voller neuer Perspektiven

Am Ende der Woche hatten wir nicht nur neue Erfahrungen mit iPads, KI und digitalen Lernmethoden gesammelt. Wir hatten Englisch gesprochen, internationale Teams erlebt, über Klimaschutz diskutiert, historische Orte entdeckt und vor allem einen echten Einblick in das Leben unserer türkischen Austauschpartnerinnen und -partner bekommen.

Genau das macht Erasmus+ für uns aus: Lernen findet nicht nur im Klassenzimmer statt. Es passiert, wenn man sich auf neue Menschen, eine andere Kultur und ungewohnte Situationen einlässt. Wir sind mit vielen Eindrücken, neuen Freundschaften und einer ganzen Menge Geschichten nach Hause gekommen. Und vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieser Woche:

Austausch macht die Welt ein Stück größer – und gleichzeitig ein bisschen vertrauter.

Ein herzliches Dankeschön an Erasmus+ für die Förderung und Unterstützung dieser besonderen Mobilität sowie an unsere Partnerschule, die Gastfamilien und unsere Begleitpersonen Frau Heinzelmann und Herr Kilian, die diese Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben! DANKE!

Ein kleiner Einblick in die Projektarbeit vor Ort